Donnerstag, 25. August 2011

Herren-Spezial

Original-Etikett
Update vom 25.08.11:
Der Herren-Spezial hat mittlerweile viele Freunde gefunden, nachdem ich mit detektivischem Spürsinn den Vertrieb in Münster ausfindig machen und für Nachschub sorgen konnte. Vertrieb? Es ist eigentlich nur ein 1-Mann-Betrieb, der den Herren-Spezial im Haustürgeschäft verkauft. Im persönlichen Gespräch hat mir Christian Schürmeyer einiges über die Hintergründe des Herren-Spezial erzählt.

Es handelt sich dabei um ein Relikt der Brennerei Anton Appels aus Münster. Als einziger Schnaps wird der Herren-Spezial bis heute hergestellt, obwohl die Brennerei schon lange geschlossen ist und sich in den Räumen der ehemaligen Gaststätte und Brennerei ein Naturmöbelhaus befindet. Das Logo des Möbelhauses erinnert  übrigens stark an die längst vergangene Brennerei. Der Herren-Spezial hat trotzdem über die Jahre viele Freunde behalten und gefunden. Was mich gar kein bisschen wundert. Christian Schürmeyer empfiehlt übrigens, den Herren-Spezial ungekühlt zu trinken oder ihn über Vanilleeis zu gießen. Letzteres gefiele besonders den Damen.

Christian Schürmeyer wird allerdings Münster verlassen, so dass es demnächst keine Haustürgeschäfte mehr geben wird. Stattdessen führt demnächst die Kornbrennerei Eckmann aus Drensteinfurt-Walstedde den Herren-Spezial in ihren Geschäften. Jetzt lohnt es sich doppelt, einen ihrer Läden aufzusuchen, denn dort gibt es auch den ausgezeichneten Eckmann's Eckpaohl.


Herren-Spezial, 42 % vol., feiner Magenbitter von Christian Schürmeyer aus Münster/Westf., ansonsten keine Angaben, keine Anschrift, nix. Was schade ist. Aber vielleicht muss es ja so sein, denn das Flaschenetikett sieht so aus, als wäre es über mehrere Jahrzehnte unverändert geblieben. So zeitlos schön ist ein Etikett sonst nur selten.

Wir trinken den Herren-Spezial kühlschrankkalt.

Farbe: schokoladenlikörbraun, Rübenkraut
Duft: Rum-Traube-Nuss mit einem Schuss Sahne
Geschmack: fruchtig, süß und scharf alkoholisch, bleibende Schärfe, sahnig, klebrig, zieht tatsächlich in die Nase, bei dem hohen Alkoholgehalt kein Wunder
Abgang: rinnt angenehm die Kehle herunter, dann wieder rauf, nur leicht bitter
Eindruck: Hammer! Alkoholisiertes Rübenkraut, der Herren-Spezial haut rein, sehr spezieller, aber auch sehr leckerer und außergewöhnlicher Schnaps für unsere Gegend, im Münsterland wird sonst Korn getrunken, erinnert an Killepitsch

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